Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Langfristiges Finanzierungskonzept für die Flughafen Münster-Osnabrück GmbH

BezeichnungInhalt
Sitzung:11.09.2019   AfWVB/04/2019 
Beschluss:ohne Beschlussempfehlung weitergegeben
Vorlage:  0242/2019/KREIS 
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Prof. Dr. Schwarz, Geschäftsführer der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, erläutert anhand einer Power-Point-Präsentation, deren Folien als Anlage zur Niederschrift beigefügt sind, die verkehrliche und wirtschaftliche Situation am Flughafen Münster/Osnabrück sowie das langfristige Finanzierungskonzept 2.0 bis zum Jahr 2030.

In der anschließenden Diskussion bemerken Herr Brand und Herr Eisele, das langfristige Finanzierungskonzept 2.0 könne nicht funktionieren, da die Auswirkungen der derzeitigen Klimaschutzdebatte insbesondere im Hinblick auf Inlandsflugbewegungen über so einen langen Zeitraum nicht angemessen berücksichtigt werden könnten. Auch hätten die Insolvenzen von Air Berlin und Germania gezeigt, wie abhängig der FMO von den Fluggesellschaften sei.

Professor Dr. Schwarz erklärt, es habe durchaus große Diskussionen um die neue Flugverbindung nach Berlin gegeben, weil diese Strecke auch durch die Deutsche Bahn abgedeckt werden könne. Für Geschäftsreisende, die durch die frühe Flugverbindung verlässlich zu bestimmten Geschäftszeiten in Berlin sein könnten, sei die Bahnverbindung mit Umsteigenotwendigkeiten aber keine gleichwertige Alternative. Die Flugverbindungen nach Frankfurt und München dienten vornehmlich als Umsteigemöglichkeit für Weiterflüge und würden aus der Wirtschaft nachgefragt. So müsse das Gepäck nur einmal am Flughafen FMO durch die Sicherheitskontrolle und werde anschließend in den nächsten Umsteigeflieger weitergeleitet. Diese könne die Bahn nicht leisten. Er sei sich sicher, dass Geschäftsreisende die Deutsche Bahn nutzten, wenn konkurrenzfähige Verbindungen angeboten würden. Beispielsweise sei die Verbindung Hamburg-Berlin mit der Bahn so attraktiv, dass wenige Flüge angeboten würden. Rund 90 zusätzliche ICE-Züge mit der entsprechenden Infrastruktur seien nötig, um alle Inlandsflüge zu ersetzen. Insofern sehe er in absehbarer Zeit keine Gefahr, dass die prognostizierten Fluggastzahlen des FMO in innerdeutschen Flügen wegbrächen.

Auf Anfrage von Herrn Himmel antwortet Prof. Dr. Schwarz, die Gesellschafterdarlehen würden auch aus EU-beihilferechtlicher Sicht unter Marktkonditionen verzinst. Derzeit gehe man von einem Zinsindikator in Höhe von 1,64 Prozent aus.

Auf Anfrage von Frau Lindenhahn zum Kapitalfluss 2021 bis 2030 erklärt Kreiskämmerer Kersting, bis 2025 seien Zins und Tilgung des Gesellschafterdarlehens aus 2015 gegengerechnet und würden haushaltsmäßig auch berücksichtigt. Für die Folgejahre 2026 bis 2030 würden die Gesellschafterdarlehen durch die laufenden Zins- und Tilgungsbeträge der Gesellschafterdarlehen der Jahre 2021 bis 2025 refinanziert werden können.

Auf Anfrage von Herrn Berning zur wirtschaftlichen Betätigung verweist Kreiskämmerer Kersting auf die marktkonforme Verzinsung der Gesellschafterdarlehen und auf die von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft plausibilisierte Unternehmensplanung mit positivem operativen Ergebnis ab 2021 und positiven Jahresergebnis ab 2030.

Vorsitzender Jasper stellt Einvernehmen fest, dass über die Sitzungsvorlage nicht abgestimmt wird, sondern sie ohne Beschluss an den Kreisausschuss verwiesen wird.

 


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