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Name:0225/2019/KREIS  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:30.08.2019  
Betreff:Regionalentwicklungsprozess Münsterland - Münsterlandstrategie
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Der Sachstand des Regionalentwicklungsprozesses Münsterland wird zur Kenntnis genommen.


 

Sachdarstellung:

I. Ausgangslage

In der Regionalentwicklung gewinnt die interkommunale und fachübergreifende Zusammenarbeit immer stärker an Bedeutung. Sie ist gekennzeichnet durch Freiwilligkeit, Flexibilität sowie ein hohes Maß an Kooperations- und Konsensorientierung. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass die komplexen und häufig großräumigen Herausforderungen der Zukunft besser in Gemeinschaft bewältigt werden können. Aufbauend auf Erfahrungen mit den REGIONALEN 2004 und 2016 sowie weiteren Prozessen der interkommunalen Zusammenarbeit haben die Münsterlandkreise und die Stadt Münster im Jahr 2018 einen landesseitig geförderten Arbeitsprozess „Informelle Regionalentwicklung im Münsterland“ gestartet, um gemeinsam Inhalte und Strukturen der interkommunalen Kooperation zu wichtigen Themen auf Münsterlandebene zu betrachten. Die Bezirksregierung Münster unterstützt den Prozess.

Am Ende dieses Prozesses soll eine regional abgestimmte „Münsterland-Strategie“ (Arbeitstitel) für die Regionalentwicklung stehen. Im Zuge dessen sollen auch konkret Startthemen für eine vertiefte, informelle Zusammenarbeit in der Regionalentwicklung im Münsterland ausgewählt werden, die gegenüber dem Status quo einen Mehrwert für die Region entfalten. Ebenso soll die Strategie den möglichen Rahmen für eine künftige interkommunale Kooperationsform bzw. Arbeitsstruktur im Bereich der Regionalentwicklung aufzeigen. Die Münsterland-Strategie soll stetig fortgeschrieben werden können, um eine gute inhaltliche Basis für mögliche Bewerbungen in überregionalen Förderprogrammen - z. B. auch eine neue Regionale - zu schaffen.

 

II. Aktueller Sachstand

Für die Begleitung des Prozesses wurden die Büros projaegt aus Ahaus und planinvent aus Münster beauftragt. In den vergangenen Monaten wurden durch die Büros in enger Abstimmung mit einer Arbeitsgruppe der Kreise und der Stadt Münster aus dem breiten Spektrum möglicher Kooperationsthemen mögliche Startthemen priorisiert, die sich besonders für den Einstieg in eine vertiefte münsterlandweite Kooperation eignen können. Kriterien für die Auswahl waren u. a. die Dringlichkeit des Themas und der Mehrwert einer gemeinsamen Bearbeitung eines Themas auf Ebene des Münsterlandes. Ebenfalls wurde eine umfangreiche Analyse bereits laufender Aktivitäten und bestehender Strukturen durchgeführt, um „Lücken“ zu identifizieren und Doppelstrukturen konsequent auszuschließen.

 

III. Priorisierte Startthemen

Als bedeutende Querschnittsthemen, die nahezu alle einzelnen Fachthemen berühren, wurden die Bereiche „Fachkräftegewinnung“ und „Digitalisierung“ erfasst. Diese Themen werden im Münsterland bereits vielfältig bearbeitet. Auch existieren z. B. mit dem Münsterland e. V. und den Wirtschaftsförderungseinrichtungen hierfür bereits geeignete Arbeitsstrukturen. Deshalb werden diese Themenfelder in der Münsterlandstrategie enthalten sein, jedoch nicht als neue Zukunfts- bzw. Startthemen gesondert priorisiert.

 

Die im bisherigen Arbeitsprozess als besonders geeignet für den Einstieg in die vertiefte münsterlandweite Regionalentwicklungskooperation identifizierten Themen sind:

 

·           Zukunftsthema „Schnelle Fahrradmobilität im Münsterland“

Leitfrage: Wie planen und realisieren wir ein optimales Netz für die schnelle Fahrradmobilität im Münsterland?

 

·           Zukunftsthema „Zukunftsfähiges Wohnen im Münsterland“

Leitfrage: Wie sorgen wir für eine dauerhaft bedarfsgerechte Wohnraumversorgung im Münsterland, indem wir sowohl Neubau als auch die Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes in den Blick nehmen?

 

·           Zukunftsthema 3: Klimafolgenanpassung im Münsterland

Leitfrage: Wie stellen wir uns optimal darauf ein, dass wir in Zukunft häufiger und intensiver von den Folgen des Klimawandels wie z. B. extremen Wetterereignissen betroffen sein werden?

 

Gerade in diesen Themenfeldern werden - zum jetzigen Zeitpunkt des Prozesses - besondere Potentiale für eine vertiefte münsterlandweite Bearbeitung gesehen.

 

IV. Ausblick

In einem nächsten Schritt im Herbst 2019 werden die vorgenannten Themen in „Resonanz-Workshops“ jeweils mit Fachexperten aus den Verwaltungen der Kreise, der Stadt Münster sowie kreisangehöriger Städte und Gemeinden diskutiert. Diese Veranstaltungen dienen dazu, die priorisierten Startthemen inhaltlich zu vertiefen und die Herangehensweise gemeinsam mit Praktikern aus den Verwaltungen zu konkretisieren.

Weitere parallel laufende bzw. anschließende Arbeitsschritte sind die Fortführung der Akteursanalyse sowie strukturelle Überlegungen, auf deren Basis eine dauerhafte Umsetzung und inhaltliche Fortschreibung der Münsterland-Strategie gewährleistet würde.

Eine textliche Fassung der „Münsterland-Strategie“ als Ergebnis des gesamten Arbeitsprozesses könnte - vorbehaltlich der nächsten Schritte - im ersten Halbjahr 2020 vorliegen. Sie soll in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Münster vorgestellt und verabschiedet werden.

Über den weiteren Verlauf des Prozesses wird regelmäßig informiert.


  


  


  


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