Betreff
Erweiterung des Berufskollegs Am Wasserturm Bocholt
Vorlage
0218/2005
Art
Beschlussvorlage öffentlich

1.         Der geplanten Erweiterung des Berufskollegs Am Wasserturm in Bocholt in Form einer Aufstockung des Anbaues um ein zweites Obergeschoss wird zugestimmt.

2.         Die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel erfolgt im Budget 2006.

3.         Die Verwaltung wird beauftragt, die Abwicklung des Bauvorhabens vertraglich mit der Stadt Bocholt zu regeln.

 

Rechtsgrundlage:

Schulgesetz NW § 78 Abs. 2 und § 79 Abs. 1

 

 


Sachdarstellung:

Seit Jahren ist die bedarfsgerechte Bereitstellung von Schulraum für die Schulen des Kreises Borken ein wichtiger Baustein der Zielplanung, die ihrerseits korrespondiert mit der permanenten Beobachtung der jeweiligen Raumsituation an den Berufskollegs und den Förderschulen des Kreises. Als Ergebnis hieraus werden z.Zt. die Sanierung des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung in Ahaus umgesetzt, ebenso wie die Erweiterung der Neumühlenschule in Borken sowie des Heilpädagogischen Kindergartens in Borken. Diese Baumaßnahmen werden voraussichtlich in den nächsten Monaten zum Abschluss gebracht werden.

Seit Übernahme der Berufskollegs Am Wasserturm und Bocholt-West von der Stadt Bocholt ist deren Raumsituation regelmäßig untersucht worden. Zuletzt ist im Jahre 2002 festgestellt worden, dass der Raumbedarf (Bedarf an Klassenräumen) an den Bocholter Berufskollegs insgesamt gedeckt ist. Seither haben sich gravierende Änderungen eingestellt, die zum Anlass genommen wurden, eine neue detaillierte Berechnung des Raumbedarfes durchzuführen. Die Berechnung basiert auf bewährter Systematik unter Berücksichtigung der Vollzeitklassen und Teilzeitklassen (Berufsschule), die im Tagesbetrieb das Berufskolleg besuchen. Klassen der berufsbegleitenden Angebotsschulformen sind in die Berechnung nicht einbezogen, da sie nicht zeitgleich mit den anderen Klassen Raumbedarf auslösen. Der Vergleich zwischen der Anzahl der vorhandenen Klassenräume und dem Gesamtbedarf an Klassenräumen am Berufskolleg Am Wasserturm hat ein Defizit in einer Größenordnung von 7 Klassenräumen ergeben.

 

Über den aktuellen Bedarf hinaus ist auch die künftige Entwicklung in den Blick genommen worden. Die zu erwartende demografische Entwicklung lässt sich aus der „Bevölkerungsprognose für den Kreis Borken 2002 – 2020 ziemlich genau ablesen. Die Bevölkerungsgruppe der 16 bis unter 19-jährigen Einwohner wird bis 2009/2010 um weitere 6,3 % ansteigen und danach absinken. Im Jahr 2015 wird etwa der gleiche Wert erreicht wie im Jahre 2005. Im Jahre 2020, dem letzten Jahr der Prognose, wird ein Wert erwartet, der knapp unter dem Ausgangswert von 2002 liegen soll.

Allerdings ist anhand dieser Zahlen keine klare Aussage möglich, wie die Berufe oder Fachrichtungen sich in ihrer Nachfrage entwickeln werden. Auch ist nicht erkennbar, wie die Verteilung der Schüler auf Berufsschulen (12 bis 14 Unterrichtsstunden pro Woche) und Angebotsschulformen (mindestens 30 Unterrichtsstunden pro Woche) verlaufen wird.

Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass eine bauliche Erweiterung für das Berufskolleg Am Wasserturm nicht zu vermeiden ist. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die zuvor beschriebene zu erwartende demografische Entwicklung.

Diese Situation ist in der Sitzung des AfSBKS am 12.05.2005 angesprochen worden. Der Schulleiter, Herr Ebbers, hat dort die Lage des Berufskollegs Am Wasserturm erläutert. Fraktionsübergreifend ist dafür votiert worden, schnellstmöglich für Abhilfe zu sorgen.

Mit der vorgesehenen Aufstockung des vorhandenen Anbaues lassen sich 6 neue Klassenräume zur Verfügung stellen. Damit wäre die Bedarfssituation des Berufskollegs in etwa abgedeckt. Sobald sich in der Zukunft der Bedarf an Klassenräumen verringert, könnte die Nebenstelle des Berufskollegs an der Langenbergstraße reduziert bzw. aufgegeben werden, so dass das Berufskolleg dann an nur noch einem Standort zusammengeführt wäre.

Das Gebäude des Berufskollegs Am Wasserturm steht im Eigentum der Stadt Bocholt. Die Umsetzung des Bauvorhabens erfolgt durch die Stadt Bocholt. Die von der Stadt ermittelten voraussichtlichen Gesamtbaukosten belaufen sich auf rd. 1,2 Mill. €. Unter Berücksichtigung von Einrichtungskosten in Höhe von etwa 100.000 € ergibt sich eine Gesamtinvestition von 1,3 Mill. €, deren Finanzierung im Jahre 2006 durch den Kreis sicherzustellen ist. Hierdurch entstehen dem Kreis im Vergleich zur Anmietung keine Mehrkosten.

 

 

 

Die Bauabwicklung stellt die Stadt Bocholt sicher. Die Einzelheiten werden mit der Stadt vertraglich geregelt. Die künftige Bauunterhaltung obliegt der Stadt Bocholt.

 

 

 Entscheidungsalternative(n):

Ja

 

Nein

Wenn ja, welche ?

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Der Aufwand von 1,3 Mill. Euro ist im laufenden Budget finanziert:

Ja

 

Nein

Es entstehen Folgewirkungen, die eine Veränderung des Budgets in Folgejahren verursachen:

Ja

 

Nein

Wenn ja, wofür ? – Voraussichtlich in welcher Höhe ?