Betreff
Anlage von Festgeld bei der deutschen Filiale der "Lehmann Brothers" Anfrage der SPD-Fraktion vom 20.10.08
Vorlage
0263/2008
Art
Anfrage SPD-Fraktion

Sachdarstellung:

1.      Hat die Kreisverwaltung Borken die seit Mitte Juli  erfolgte Berichterstattung der Wirtschaftspresse zur erheblichen Schieflage der Lehman Brothers seinerzeit zur Kenntnis genommen und bewertet?

2.      Wurde der seit Mai diesen Jahres erfolgte Absturz des Aktienkurses der Lehmann Brothers Holdings Inc. auch an den deutschen Börsen von der Verwaltung seinerzeit zur Kenntnis genommen und bewertet?

3.      War der Kreisverwaltung bewusst, dass Lehman Brothers laut Spiegel nur deshalb so großzügige Konditionen bot, weil das Bankhaus aufgrund seiner Notsituation dringend Liquidität benötigte?

4.      Warum investiert ( im Sinne von Anlagen ) die Kreisverwaltung bei einer ins Schlingern geratenen Investmentbank, die auf spekulative Anlageformen ausgerichtet ist? Diese Frage stellt sich insbesondere nach den Zinsverlusten bei der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland.

5.      Welches Kreditinstitut berät die Verwaltung und wie häufig finden derartige Beratungen statt? Hat das beratende Institut zu erkennen gegeben, dass ihm wie der Deutschen Bank oder der Deka- Bank schon seit Monaten klar war, dass Investitionen bei der Lehmann – Holding ein erhebliches Risiko bedeuten

6.      Ist das Schulden – bzw. Zinsmanagement des Kreises im Rahmen einer präzisen Dienstanweisung geregelt?

7.      Sind  der Kreisverwaltung Äußerungen von Finanzexperten bekannt, die besagen, dass jeder Anleger bei Lehman Brothers sich in die Schar der Gläubiger einreihen muss, und damit die Sicherheit, dass die angelegten Gelder fließen, nicht wirklich zu 100% gegeben ist ?

8.      Wo und in welcher Höhe und für welchen Zeitraum hat der Kreis bzw. seine Tochterunternehmen Gelder angelegt?

9.      Welche Anlagenarten sind gewählt worden?

10.   Welcher Ertrag ist bei den einzelnen Anlagen zu erwarten und wie lange sind die Erträge festgeschrieben?

11.    Können aktuelle Anlagen, die zur Optimierung der Zinsstruktur und zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken getätigt wurden, bis zum Ende der Finanzmarktkrise in konservativere Anlagen umgewandelt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Schulte