Betreff
Förderprogramm des BMBF "Lernen vor Ort", hier: Projektvorhaben LoGiK - Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken
Vorlage
0212/2009
Art
Beschlussvorlage öffentlich

Der Kreistag begrüßt die erfolgreiche Bewerbung des Kreises Borken für das Bundes-förderprogramm „Lernen vor Ort“ mit dem Projekt „LoGiK – Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken“

 

Die erforderlichen, bundesfinanzierten fünf Projektstellen werden für die Dauer des Förderprogramms unabhängig vom Stellenplan zur Verfügung gestellt.

 


Rechtsgrundlage:

Keine


Sachdarstellung:

Bildung als Standortfaktor spielt für die Entwicklung des Kreises Borken eine große Rolle, um zukunftsfähig zu bleiben. Das Thema Bildung genießt daher bereits seit mehreren Jahren in der (kommunal-)politischen Beratung eine große Priorität. Der Ausschuss für Schule, Bildung, Kultur und Sport hat sich seinerzeit für eine Bildungsstudie im Westmünsterland entschieden, um auf dieser Grundlage die Bildungslandschaft in der Region unter Berücksichtigung der demografischen Wandlungsprozesse und der wirtschaftlichen Herausforderungen zukunftsfähig entwickeln zu können. Auf Grundlage der Analyse werden jetzt Handlungsempfehlungen und Entwicklungsstrategien für eine Fortentwicklung der Bildungslandschaft im Kreis Borken erarbeitet. 

In der weiteren Folge haben das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und der Kreis Borken im Rahmen des sog. Regionalen Bildungsnetzwerkes einen Kooperationsvertrag zum 01.04.2009 abgeschlossen. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbesserung der Lern- und Lebenschancen aller Kinder und Jugendlichen. Die Regionalen Bildungsnetzwerke sollen es ermöglichen, alle an Bildung in NRW beteiligten Akteure einzubeziehen, um bereits vorhandene Ressourcen optimal nutzen und miteinander vernetzen zu können. Regionale Bildungsnetzwerke unterstützen die Idee eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses, indem sie über Altersgrenzen hinweg schulisches und außerschulisches Lernen in den Mittelpunkt stellen.

Der strukturelle Ansatz wird nunmehr durch das Förderprogramm: „Lernen vor Ort“ - eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit namhaften deutschen Stiftungen – für den Kreis Borken sinnvoll ergänzt. Mit dem Programm „Lernen vor Ort“ unterstützt das BMBF mit Bundesmitteln und mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) erstmalig in Deutschland ausgewählte Kreise und kreisfreie Städte  dabei, ein zusammenhängendes Bildungsmanagement zu entwickeln und zu verstetigen, damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an ein lebenslanges Lernen herangeführt werden. Die Initiative "Lernen vor Ort" ist ein zentraler Bestandteil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung, die unter dem Motto "Aufstieg durch Bildung" einen energischen Schritt für mehr und bessere Bildung und Weiterbildung in allen Lebensbereichen unternimmt.

Der Ausschuss für Schule, Bildung, Kultur und Sport hat sich mit dem Förderprogramm "Lernen vor Ort" befasst und eine Bewerbung des Kreises Borken für sinnvoll angesehen. Daraufhin hat die Verwaltung gemeinsam mit dem Verbundpartner Netzwerk Westmünsterland e.V. eine Bewerbung mit dem Titel „LoGiK – Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken“ vorbereitet und beim BMBF eingereicht. An einer ersten Auswahlrunde im Februar dieses Jahres hatten sich über 200 Kreise und kreisfreie Städte beteiligt. 57 Standorte wurden daraufhin aufgefordert, einen Förderantrag zu stellen. Eine Jury hat aus dieser Gruppe nun 40 Konzepte ausgewählt, die ab September 2009 an den Start gehen. Bei den ausgewählten Kommunen handelt es sich um 17 Kreise und 23 Städte aus 15 Bundesländern – acht davon aus NRW. Das BMBF hat dem Kreis Borken bereits im Juni 2009 eine Förderurkunde überreicht. Der formelle Bewilligungsbescheid liegt jetzt auch vor.

 

Das Projekt „LoGiK - Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken“ geht von drei zentralen Zielsetzungen aus, die auch darauf ausgerichtet sind, die Arbeit im Regionalen Bildungsnetzwerk sinnvoll zu ergänzen sowie die Aktivitäten rund um die Bildungsstudie weiterzuentwickeln:

1.    Aufbau von transparenten Organisations- und Planungsstrukturen im Bereich Bildung

2.    Erstellung einer gemeinsamen Zukunftsvision des Lernens im Lebenslauf mit allen Bildungsakteuren der Region

3.    Umsetzung einer entwickelten Zukunftsidee in den „Häuser des Lernens“, die Angebote der Bildungsberatung bündeln werden.

Sprichwörtlich unter einem Dach sollen Kompetenzzentren für Lebenslanges Lernen konzipiert und erprobt werden. Hier werden Angebote der Bildungsberatung gebündelt und transparent gemacht, hier erfolgt die Integration der einzelnen übergreifenden Maßnahmen. Während in Ahaus in Zusammenarbeit mit der Technischen Akademie Ahaus Beratungsangebote im MINT-Bereich entwickelt werden sollen, wird sich das "Haus des Lernens" in der Europastadt Bocholt insbesondere der europäischen Bildungsberatung widmen und dort ein "grenzenloses" Dienstleistungs- und Serviceangebot aufbauen. Als nachhaltige Transferleistung ist bei einer erfolgreichen Erprobung vorgesehen, das Konzept der "Häuser des Lernens" außerhalb der Förderphase auf die Städte Borken und Gronau zu übertragen.

Als weiterer Schwerpunkt wird das Aktionsfeld "Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft" für eine Verbesserung der technischen Bildungsangebote entlang der gesamten Bildungskette gesehen. Hier geht es darum, das Interesse für technische Fragen, Abläufe und Themen so früh wie möglich anzuregen. Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung einer Gesamtkonzeption für technische Bildung in der Region. Im Aktionsfeld "Demokratie und Kultur" soll ein Konzept Kulturelle Bildung zur Aufnahme in das Gesamtkonzept "Kulturhistorisches Zentrum Vreden" entwickelt werden. Über das Vorhaben "LoGiK – Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken“ und den Projektaufbau und -fortschritt wird der Ausschuss für Schule, Bildung, Kultur und Sport im Einzelnen informiert.

 

Das Land NRW ist sehr daran interessiert, die Aktivitäten des Regionalen Bildungsnetzwerks und des Bundesprogramms Lernen vor Ort aufeinander abzustimmen und Synergien zu nutzen. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW hat deshalb mit Beteiligung des BMBF jetzt ein erstes Abstimmungstreffen aller acht Kreise und kreisfreien Städte in NRW, die sowohl eine Vereinbarung mit dem Land NRW abgeschlossen als auch sich erfolgreich um das Bundesprogramm Lernen vor Ort beworben haben, durchgeführt. Einig ist man sich dabei, dass die geplanten Strukturen - Regionale Bildungskonferenzen, Lenkungskreise und Geschäftsstelle – soweit thematisch möglich für beide Vorhaben genutzt werden. Der gemeinsame Austausch wird fortgesetzt.

Im Kreis Borken werden organisatorisch beide Vorhaben „LoGiK“ und „Regionales Bildungsnetzwerk“ durch das neu in der Kreisverwaltung eingerichtete Bildungsbüro wahrgenommen. Damit wird der Aufbau von Parallelstrukturen von vornherein verhindert und eine abgestimmte sinnvolle Weiterentwicklung der bisherigen Aktivitäten garantiert. Ein Lenkungskreis „Lernen vor Ort“ soll den Kreis, die Kommunen, den Verbundpartner und den lokalen Stiftungsverbund, dem bisher acht örtliche Stiftungen angehören, strategisch miteinander verknüpfen.

Start des Förderproramms ist offiziell der 01.09.2009. Der Bund unterstützt dieses Vorhaben mit einer Summe in Höhe von ca. 1. 012.000 Euro für den Kreis Borken und von ca. 473.000 Euro für den Netzwerk Westmünsterland e.V. als Verbundpartner. Gefördert werden Personalkosten und Aufträge an Dritte zu 100%. Im Vorhaben „LoGiK – Lernen ohne Grenzen im Kreis Borken“ sind fünf Stellen vorgesehen. Diese fünf Projektmitarbeiter/-innen werden in den Bereichen Bildungsmanagement; Bildungsmonitoring, Bildungsberatung, und den Themenfeldern Demokratie/Kultur und Technik/Wissenschaft eingesetzt. Die entstehenden Personalkosten werden zu 100% aus den Fördergeldern finanziert. Da der Stellenplan aktuell vollständig ausgeschöpft ist, müssen die Stellen anderweitig zur Verfügung gestellt werden.

Entscheidungsalternative(n):

Ja

 

Nein

Wenn ja, welche ?


Finanzielle Auswirkungen:

Der Aufwand von       Euro ist im laufenden Budget finanziert:

Ja

 

Nein

Es entstehen Folgewirkungen, die eine Veränderung des Budgets in Folgejahren verursachen:

Ja

 

Nein

Wenn ja, wofür ? – Voraussichtlich in welcher Höhe ?


Anlagen: