Betreff
100 Jahre Erster Weltkrieg – Aktivitäten des Kreises und im Kreis Borken
Vorlage
0316/2014
Art
Beschlussvorlage

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Rechtsgrundlage:

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Sachdarstellung:

Zum 100. Mal jährt sich in diesem Jahr der Beginn des Ersten Weltkrieges. Mit Ausstellungen, Publikationen und anderen Formaten nehmen sich zahlreiche Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen im Kreis Borken dieses Themas an. In erster Linie geht es dabei um die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf das Westmünsterland, die Menschen und ihre Lebenswirklichkeiten. So hat der Heimatverein Epe unter dem Titel „Eperaner und der Erste Weltkrieg“ vom 15. Juni bis 6. Juli 2014 eine Ausstellung in seinem Heimathaus gezeigt. Die Inhalte sind noch unter http://www.epe.de/?page_id=2169 abrufbar.

Auch der Kreis Borken ist an einigen Aktivitäten, die in Zusammenhang mit diesem Thema stehen, beteiligt. Dies sind im Einzelnen:

I.                   Publikation zum Ersten Weltkrieg

Ein Arbeitskreis ehrenamtlich tätiger Forscherinnen und Forscher hat eine Publikation unter dem Titel „1914-1918: Als Krieg und Frieden nebeneinander wohnten. Auswirkungen des I. Weltkrieges im westfälisch-niederländischen Grenzraum.“ erarbeitet. Herausgegeben wird das Buch von Hans de Beukelaer und Timothy Sodmann, dem früheren Leiter des Landeskundlichen Instituts Westmünsterland. Das Buch ist zugleich Band 6 der Reihe „Geschichte im Westmünsterland. Beiträge der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes e.V.“. Es umfasst etwa 500 Seiten und enthält unter anderem Beiträge über Borken im Ersten Weltkrieg, deutsche Offiziere in Zutphen, Kriegstagebücher und den „Steckrübenwinter 1916/17“ im Westmünsterland.

Der Kreis Borken unterstützt das Projekt mit einer Förderung in Höhe von 3.000 Euro. Vorgestellt wird das Buch, das sowohl Beiträge in deutscher als auch in niederländischer Sprache enthält, am 21. November 2014 um 15 Uhr im Burghotel Paß in Südlohn.

II.                Ausstellung „An der Heimatfront“

Das LWL-Museumsamt für Westfalen hat eine Wanderausstellung mit dem Titel „An der Heimatfront – Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg“ konzipiert. Nach Stationen u.a. in  Minden, Hagen, Dortmund und Münster wird sie vom 22. Februar bis 12. April 2015 im Museum Burg Ramsdorf zu sehen sein. Ursprünglich war die Ausstellung für das Hamaland-Museum gebucht worden. Aufgrund der dort fortschreitenden Arbeiten für das Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland ist die Burg Ramsdorf als alternativer Standort gefunden worden. Weitere Informationen zu der Ausstellung gibt es im Internet unter https://www.lwl.org/LWL/Kultur/Museumsamt/ausstellungen/an-der-heimatfront.

Die Wanderausstellung beleuchtet die Geschehnisse exemplarisch aus dem Blickwinkel der Zivilbevölkerung in der Region. So eröffnet die Präsentation Einblicke in den Alltag in Westfalen und Lippe im Zeichen von Not, Entbehrung, Trennung und Verlust. Die gezeigten Objekte stammen zum großen Teil von Privatleihgebern und Institutionen aus Westfalen-Lippe.

Die Kulturabteilung des Kreises steht wegen einer möglichen Kooperation im Begleitprogramm zur Ausstellung in Kontakt zur Stadt Velen.

III.             Archivmodul „Der Erste Weltkrieg im Westmünsterland“

Die Regionale Archivwerkstatt, in der Akteurinnen und Akteuren aus Archiven und Schulen, dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Bocholt und dem Kompetenzteam für Lehrerfortbildung im Kreis Borken zusammenarbeiten, hat eine Unterrichtseinheit zum Thema „Der Erste Weltkrieg im Westmünsterland“ erarbeitet. Das neue Modul soll genauso wie das bereits eingeführte Modul zur „Industrialisierung im Westmünsterland“ dazu beitragen, Archive als außerschulische Lernorte und Kooperationspartner von Schulen zu etablieren.

Die Archivwerkstatt besteht seit dem Jahr 2011. Anlass für die Gründung war, dass seitens des Bildungsbüros ein Mangel an passgenauen Kooperationsangeboten gerade im Bereich der Sekundarstufe I festgestellt worden war.  Aktuell  sind in der Regionalen Archivwerkstatt  folgende Partner vertreten:

-       Stadtarchiv Bocholt

-       Stadtarchiv Borken

-       Stadtarchiv Gescher

-       Stadtarchiv Rhede

-       Gemeindearchiv Südlohn

-       Stadtarchiv Stadtlohn

-       Stadtarchiv Vreden

-       Kreisarchiv Borken

-       Landeskundliche Institut Westmünsterland

-       Kompetenzteam für den Kreis Borken (Lehrerfortbildung)

-       Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Bocholt

-       Schönstätter Marienschule Borken

-       Montessori-Gesamtschule Borken

Koordiniert wird das Netzwerk von Nina Rockrohr, die im Fachbereich Bildung, Schule, Kultur und Sport des Kreises den Bereich Kulturelle Bildung verantwortet.

Die Module sind für den Geschichtsunterricht aller Schulformen der Sekundarstufe I (Jahrgänge 7-10) geeignet und orientieren sich konsequent an den Lehrplänen des Landes NRW. Jedes beteiligte Archiv stellt aussagekräftige Quellen aus dem eigenen Bestand zusammen, welche die Schülerinnen und Schüler anhand konkreter Arbeitsaufträge selbständig bearbeiten.

Zu jedem Modul gibt es eine ausführliche Broschüre. Diese enthält beispielhafte Verlaufspläne und Material für die Unterrichtseinheit sowie Informationen zu den konkreten curricularen Voraussetzungen, den Inhaltsfeldern und Kompetenzerwartungen. Die Broschüren können beim Kreis Borken angefordert oder unter http://www.bildungskreis-borken.de/archivmodule/ heruntergeladen werden.

Anfang 2015 soll ein weiteres Modul fertiggestellt werden. Dabei handelt es sich um ein Einführungsmodul, das die Leitfrage „Was ist ein Archiv?“ beantwortet. Zielgruppe sind die Jahrgangsstufen 5 und 6 aller Schulformen.

Vermarktung der Module

Ziel ist es, möglichst viele Schulklassen aus dem Kreis Borken zur Nutzung der Module zu motivieren. Vermittelt werden soll deshalb den Lehrerinnen und Lehrern der Fächer Geschichte/Gesellschaftskunde an den Schulen der Sekundarstufe I, dass die Module genau in die Lehrpläne passen und ein einfach wahrzunehmendes Angebot sind. Wichtig ist zudem möglichst ein persönlicher Kontakt zwischen den Lehrerinnen und Lehrern und dem Archivar/der Archivarin vor Ort.

Zur Vorstellung des neuen Archivmoduls zum Ersten Weltkrieg sind für Anfang 2015 dezentrale Veranstaltungen in den beteiligten Archiven geplant. So haben Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich  auf kurzem Wege zu informieren und lernen direkt ihren persönlichen Ansprechpartner im Archiv kennen. Die Lehrerinnen und Lehrer aus den Städten und Gemeinden, deren Archive sich nicht an den Modulen beteiligen, können zwischen den Veranstaltungen in den anderen Orten wählen.

Zudem wurden die meisten Probeläufe bereits medial begleitet. Zur Fertigstellung des Moduls wird es ebenfalls eine Medieninformation geben. Zusätzlich erhalten alle weiterführenden Schulen im Kreisgebiet Anfang November ein Infopaket bestehend aus Broschüren und Infoflyern.

In der Sitzung des Ausschusses erfolgt eine detailliertere Vorstellung des Archivmoduls zum Ersten Weltkrieg.