Betreff
Förderung des Modellprojektes „Offene Kinder- und Jugendarbeit in direkter räumlicher Nähe zum Schulzentrum in Gescher“
Vorlage
0227/2015
Art
Beschlussvorlage

Der Jugendhilfeausschuss beschließt unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Mittelbereitstellung eine investive Bezuschussung des Jugendwerkes Gescher e.V. für den neuen Standort am Schulzentrum in Höhe von 8.000 Euro.

 

            

Rechtsgrundlage:

§ 11 SGB VIII

 

Sachdarstellung:

Das Jugendwerk für die Stadt Gescher e. V. richtet mit Blick auf die deutliche Zunahme des schulischen Ganztagsangebotes und das sich verändernde Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen das Konzept der Offenen Kinder- und Jugendarbeit neu aus.

Kern der anstehenden konzeptionellen Veränderungen ist der Umzug des Offenen Treffs „HotSpot“ in das ehemalige Hausmeistergebäude unmittelbar am Schulzentrum in Gescher. Hauptziel des Modellprojektes ist es, in enger Zusammenarbeit mit dem Schulzentrum in Gescher einen Raum für ein freiwilliges Freizeitangebot als Ergänzung zum Schulalltag der Kinder und Jugendlichen zu gestalten. Die Kinder und Jugendlichen erhalten die Möglichkeit in direkter Nähe zu ihrem Lernort Schule Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit wahrzunehmen. Diese sind in besonderer Weise gekennzeichnet durch Selbstbestimmung, Partizipation, Eigenverantwortlichkeit, Demokratie und Freiwilligkeit. Die Räume des HotSpot bieten zudem einen Rückzugsort und Möglichkeiten der Entspannung. Zur konkreten Ausgestaltung der Kooperation zwischen Schule und Kinder- und Jugendarbeit wurde eine Kooperationsgruppe installiert, die sich regelmäßig zur Weiterentwicklung des geplanten Modellprojektes trifft.

Der Fachbereich Jugend und Familie unterstützt das Jugendwerk für die Stadt Gescher e.V. bei der Umsetzung des Projektes mit enger fachlicher Begleitung. Im Vorfeld der Überlegungen wurden die Bedarfe u. a. durch eine Schülerbefragung und einem fachlichen Austauschprozess mit Herrn Prof. Deinet von der FH Düsseldorf eruiert und diskutiert.

Der besondere modellhafte Aspekt stellt sich aus Sicht des Fachbereichs Jugend und Familie vor allem durch die räumliche Nähe und der damit verbundenen engen strukturellen Kooperation mit dem Schulbereich dar.

Das Projekt hat einen innovativen Charakter und schafft die Möglichkeit, diesen für den Kreis Borken bisher einzigartigen Ansatz der Kooperation zwischen dem  Bereich der Schule und dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit fachlich zu entwickeln und zu erproben.

Der Tatsache, dass sich der zukünftige Standort im ehemaligen Hausmeistergebäude auf dem Gelände des Schulzentrums befindet, wird bei der Konzeptentwicklung ein besonderes Augenmerk geschenkt. Die Kinder- und Jugendarbeit soll klar ihr eigenes Profil und ihren Kernauftrag behalten und die unterschiedlich ausgerichteten Angebote von der Schule und des „HotSpot“ sollen für die Kinder und Jugendlichen transparent und deutlich voneinander abgrenzbar sein.

Hierzu ist es aus fachlicher Sicht neben der klaren konzeptionellen Ausrichtung unbedingt notwendig, die Bereiche der OKJA und der Schule auch räumlich abzugrenzen. Auch Besucher des HotSpot, die nicht das Schulzentrum besuchen, sollen sich angesprochen fühlen. Gleichzeitig sollen sich Kinder und Jugendliche, für die die Schule aktuell als schwierig oder problematisch empfunden wird, im HotSpot wohlfühlen.

Die Abgrenzung im Bereich der Außenanlagen, welche den Schulhof vom Grundstück des zukünftigen HotSpot trennt, soll ansprechend wirken. Ein wichtiger fachlicher Baustein hierzu ist die konkrete Beteiligung der Kinder und Jugendlichen vor Ort. Es ist vorgesehen, Zaunelemente (Holz, Stabgitter) und Hecken locker miteinander zu kombinieren und vor allem die festen Elemente von den Kindern und Jugendlichen selbst gestalten zu lassen. So wird schon in der Anfangsphase des Projektes die Identifikation mit dem neuen Standort des Jugendtreffs erhöht.

Zur Finanzierung dieser Baumaßnahme hat der Jugendwerk Gescher e.V. einen Förderantrag gestellt. Die investive Bezuschussung aufgrund des Projektcharakters wird befürwortet.

 

Entscheidungsalternative(n):

Ja

 

Nein

Wenn ja, welche ?

Der Antrag könnte abgelehnt werden. Für die gute Umsetzung des Projektes ist jedoch eine bauliche Abgrenzung der Einrichtung – wie im Antrag beschrieben – erforderlich.

            

Finanzielle Auswirkungen:

Es handelt sich um eine investive Förderung. Grundsätzlich kann diese im Haushalt unterschiedlich abgebildet werden. Je nach Ausgestaltung des Förderbescheides ist der Aufwand im Jahr der Zuwendung oder analog einem Abschreibungsverfahren über mehrere Jahre zu verteilen. Um die Umlagebelastung gering zu halten, wird vorgeschlagen, die Zuwendung so auszugestalten, dass der Betrag über den Zeitraum der Zweckbindung (10 Jahre) „aufgelöst“ werden kann. Im jeden Jahr der Zweckbindungsdauer sind somit 800 Euro als Aufwand im Haushalt abzubilden.

Da in der Vergangenheit keine investiven Förderungen mehr vorgenommen wurden, besteht im aktuellen Haushalt hierzu keine Ermächtigung. Der Beschlussentwurf steht daher unter dem Vorbehalt der Haushaltsermächtigung 2016.

 

Der Aufwand von 800 Euro ist im laufenden Budget finanziert:

Ja

 

Nein

Es entstehen Folgewirkungen, die eine Veränderung des Budgets in Folgejahren verursachen:

Ja

 

Nein

Wenn ja, wofür ? – Voraussichtlich in welcher Höhe ?   

In den Jahren 2016-2026 wären bei positivem Beschluss Aufwendungen von 800 Euro einzuplanen.